Schloss wird Bürgerzentrum

Das Schloss in Emtmannsberg ist das älteste, komplett erhaltene Gebäude in der Gemeinde und stammt in seiner jetzigen Form aus dem 17. Jahrhundert, der Markgrafenzeit. Gebaut wurde es ursprünglich von den Herren von Stein als Wohn- und Wirtschaftsgebäude für den herrschaftlichen Besitz.

Im Lauf der Jahrhunderte wechselte es mehrmals seine Besitzer. Der dem Dorfplatz zugewandte Hauptbau stand seit Jahrzehnten leer, die Bausubstanz verschlechterte sich zusehends.


Nach Erstellung eines nachhaltigen Nutzungskonzeptes, umfangreicher Planung und detaillierter Klärung der Finanzierungsmöglichkeiten wurde der denkmalgeschützte Hauptbau mit Tordurchfahrt und Turm sowie ein Teil des Seitenflügels von der Gemeinde erworben. Das Gebäude soll zu einem multifunktionalen Bürgerzentrum umgebaut werden. Gaststätte, Dorfladen, Bürgersaal, VHS-Raum und Gemeinderäume werden entstehen.

In einer Bürgerversammlung wurde das Konzept vorgestellt. Die Sanierung wird knapp 4 Millionen Euro kosten, davon tragen insgesamt acht Institutionen 90 % des Aufwands, 10 % übernimmt die Gemeinde.

Nach vielen Jahren der Vorbereitung, Planungen, Verhandlungen und Entscheidungen haben nun die ersten Firmen mit den Arbeiten begonnen. Der Seitenflügel, der nahezu komplett neu entsteht, wurde teilabgebrochen, die gesamten Fundamente werden freigelegt, saniert, abgedichtet und mit einer Drainage vor Feuchtigkeit geschützt. Die Zimmerer entfernen die historischen Bodendielen, die teilweise aufgearbeitet und wiederverwendet werden, sanieren Decken und Böden. Ein Teil der Originalfenster wird aufgearbeitet und wieder verwendet.

Der Umbau nimmt Fahrt auf. Die Hauptgewerke mit über drei Vierteln der Auftragssumme wurden bereits vom Gemeinderat vergeben. Die Rohbau-, Zimmerer-, Dachdecker- und ein Teil der weiteren Arbeiten sollen bis Ende des Jahres erledigt sein.

Im Herbst 2017 werden die Maßnahmen abgeschlossen. Dann gilt es, das ortsbildprägende Gebäude mit Leben zu erfüllen. 

Planansichten: So soll das Schloss später aussehen (Süd- und Nordansicht) 




An der Mauer: Die Fundamente werden freigelegt, saniert, abgedichtet und mit einer Schutzfolie versehen. Ein Drainagerohr wird eingelegt, dann wird wieder verfüllt.



Freigelegte Balken: Nach der Abnahme der Bodendielen zur Aufarbeitung präsentieren sich die über 300 Jahre alten Tragbalken.



Wendeltreppe: Hier geht es zum Dachboden. Auch das Dach wird saniert und die Dachhaut mit Biberschwanzziegeln erneuert.