. . . für die Teilnehmer
der Flurneuordnungsverfahren
der Emtmannsberger Gruppe

Die BBV LandSiedlung GmbH, die mit der Durchführung der Landschaftsplanung in den Flurneuordnungsverfahren beauftragt wurde, hatte in der gemeinsamen Auftaktveranstaltung vom 14.05.2019 allen Teilnehmern der Flurneuordnung die Möglichkeit eingeräumt kurzzeitig an den Arbeiten zur Struktur- und Nutzungskartierung (SNK+) teilzunehmen. Die Interessenten trafen sich am 13.08.2019 um 10:00 Uhr beim Gemeinschaftshaus in Birk.

Herr Kolb und Herr Seipp von der BBV LandSiedlung GmbH standen für allgemeine Fragen zur Verfügung und zeigten wie die Landschaftselemente und sonstige wichtige Merkmale an den Geräten erfasst werden. Vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken stand Frau Saal für naturschutzfachliche- und artenschutzrechtliche Fragen zur Seite.


Treffpunkt auf dem Parkplatz des Gemeinschaftshauses in Birk

An drei Stationen mit unterschiedlichen Kriterien und Charakteristiken wurde die Erfas-sung veranschaulicht. Als Erstes wurde sich der Bereich um den Modelflugplatz angesehen. Dort wurde das Augenmerk auf einen Asphaltweg mit bewachsenem Bankett, dem Wegseitengraben und den links und rechts davon befindlichen Wiesen gelegt.

Herr Kolb erklärte, dass die Asphaltdecke, der Krautsaum im Bankett, der Graben und die Wiesen unterschiedlich eingestuft und nach Werten gepunktet werden. Dabei wird beispielsweise die Asphaltschicht mit Null Wertpunkten und der Krautsaum mit 3-4 Wertpunkten angenommen. Herr Kolb verdeutlichte, dass bei der Kartierung auf realistische Gegebenheiten Wert gelegt wird.

Die Einstufung des bewachsenen Banketts mit dem höherwertigen Krautsaum führte dennoch zu Diskussionsbedarf. Bürgermeister Kreil wies darauf hin, dass bei ordnungsgemäßer Pflege des Banketts der Boden mit seinem Bewuchs abgeschabt wird um die Wasserführung und Funktionalität des Weges mit Graben zu gewährleisten. Demnach sollte das Bankett zum Straßenkörper gerechnet werden und die gleiche Bewertung bekommen. Man verständigte sich darauf, dass die Festlegung zu dieser Thematik noch geklärt wird und vorerst sämtliche Strukturen des Bankettbereichs erfasst werden. 


Asphaltweg mit bewachsenem Bankett, Wegseitengraben und intensiv genutzter Rasenfläche

Herr Seipp erklärte die technische Umsetzung der Kartierungsarbeiten mit Hilfe eines Feldcomputers. Er beschrieb, dass die Begehungen vor Ort mit einem hinterlegten Luftbild abgeglichen werden. Charakteristische Strukturen und Flächennutzungen werden dann am Feldrechner digitalisiert und anhand definierter Kriterien beschrieben. Das bedeutet, dass schließlich das gesamte Gebiet aus vielen verschiedenen Flächen besteht, welche dann mit der Wegeplanung überlagert werden. Damit wird der Eingriff in die Natur ermittelt und die Wertepunkte für den zu erbringenden Ausgleich errechnet.


Feldcomputer zur technischen Umsetzung der SNK+

Auch die Thematik des Oberflächenwassers wurde aufgegriffen. Planungen, welche die Wasserrückhaltung betreffen, sollen in jedem Fall mit den benachbarten Gemeinden abgesprochen werden. Hierbei wird auch das Unternehmen GeoTeam - Gesellschaft für umweltgerechte Land- und Wasserwirtschaft mbH eingebunden, das für Maßnahmen der Initiative boden:ständig zuständig ist. Dieses arbeitet in den Schwerpunkten Wasserwirtschaft, Wegebau und Landschaftsplanung eng mit der BBV LandSiedlung GmbH zusammen.

Zweite Station des Tages war ein Böschungsbereich mit einer Heckenstruktur, einem Baumbestand und einem Abwasserschacht. Herr Kolb beschrieb auch hier, wie die Böschungsbereiche in der Kartierung berücksichtigt werden und die Hecken und Baumbestände zu bewerten sind. Bei Bäumen wird unter anderem nach Art und Alter differenziert. So werden alte Bäume deutlich höher eingestuft als junge Bäume. Das bedeutet, dass bei der Beseitigung eines alten Baumes mit hoher Wertpunktzahl die Neuanpflanzung eines einzelnen jungen Baumes als Ersatz nicht genügt. Zudem müssen die artenschutzrechtlichen Belange geprüft werden, da Bäume als Lebens- und Fortpflanzungsstätte für Vögel oder Fledermäuse dienen können (Bruthöhlen).


Böschungsbereich mit Heckenstruktur und Baumbestand im Rücken

Des Weiteren werden vorhandene Versorgungsleitungen aufgenommen und dokumentiert. Da diese oftmals unterirdisch verlegt und somit nur schwer auffindbar sind, werden die Kartierer der BBV LandSiedlung im späteren Verlauf auf die Landwirte zukommen. Diese kennen sich am besten über die bestehenden Leitungen in ihren Grundstücken aus und können detailliertere Auskünfte geben.

Die letzte Station des Tages führte zum Almosbach nordwestlich des Gemeinschaftshauses von Birk. Der Randbereich des Bachverlaufes weist eine Vielzahl unterschiedlicher Pflanzen und Strukturen auf. Auch hier sollte verdeutlicht werden, dass verschiedene Einstufungen in der Punktebewertung vorgenommen werden, um das Landschaftsbild möglichst naturgetreu einzufangen.


Überführung und Bewuchs des Almosbaches


Blick auf den Bachverlauf des Almosbaches

Nach 1,5 Stunden war die Begehung vorbei. Die drei angestrebten Stationen wurden besichtigt, die Einweisung in die Kartierungsarbeiten wurde verdeutlicht und die gestellten Fragen konnten größtenteils geklärt werden.

Damit die Kartierungsarbeiten in allen Verfahren möglichst zügig voranschreiten, wird darum gebeten, die Kartierer der BBV LandSiedlung möglichst ungestört ihre Arbeiten vor Ort verrichten zu lassen. Dringende Fragen können selbstverständlich nach wie vor gestellt und weitergegeben werden. Nach Beendigung und Ausarbeitung der SNK+, wird diese in einer gemeinsamen Teilnehmerversammlung, voraussichtlich im Frühjahr 2020, präsentiert.

Der Regen fiel pünktlich gegen 11:30 Uhr auf das Land nieder und veranlasste die Anwesenden sich voneinander zu verabschieden.

Fotos: Michael Ullwer (Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken)

gezeichnet:
Daniel Meifert
Stellv. Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft Ober-Unterölschnitz
Sachgebiet Land- und Dorfentwicklung

Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken
Nonnenbrücke 7a · 96047 Bamberg
Telefon +49 951 837-317
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www.landentwicklung.bayern.de

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